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Was ist zu beachten, wenn Minderjährige erben und welche Gefahren bestehen?

20.07.2021

Was ist zu beachten, wenn Minderjährige erben und welche Gefahren bestehen?

Minderjährige können zu Erben berufen werden, was auch häufig geschieht. Dies bringt einige Besonderheiten mit sich, insbesondere für die sorgeberechtigten Eltern.

So kann das Kind notwendige Erklärungen gegenüber dem Nachlassgericht nicht abgeben. Dazu muss es regelmäßig durch die sorgeberechtigten Eltern vertreten werden bzw. zumindest deren Einwilligung erhalten.

Bereits hier ist Vorsicht geboten: Sofern nicht die ausdrückliche Annahme erfolgt, besteht die Gefahr, dass das Kind Erbe wird, auch wenn der Nachlass möglicherweise überschuldet ist. Auch die Erbausschlagung muss durch die Eltern geschehen, da das Kind ansonsten mit Ablauf der 6-Wochen-Frist Erbe wird.

Da es nur auf das Sorgerecht ankommt und nicht darauf, ob die Eltern (noch) verheiratet sind, sollten und müssen sich diese zeitnah kurzschließen.

Grundsätzlich ist das ererbte Vermögen durch die Eltern zu verwalten. Dies wird durch das Amtsgericht kontrolliert. Insbesondere bei Verfügungen hinsichtlich einer Immobilie (Verkauf, Belastungen) muss das Gericht zustimmen.

Dies kann ein großes Hindernis werden, sollte ein Elternteil des Kindes versterben, der Miteigentümer mit dem anderen Elternteil der „Familienimmobilie“ war. Ein flexibler Verkauf oder die Bestellung einer Grundschuld zur Sicherung für ein Darlehen ist dann nur noch mit Zustimmung des Gerichts möglich. Es besteht dann eine Erbengemeinschaft gemeinsam mit dem Kind.

Eine wirksame Gegenmaßnahme für verheiratete Eltern kann es sein, gemeinschaftlich zu testieren, worüber wir künftig noch gesondert berichten werden. Allerdings ist hier Weitsicht geboten. Es muss bereits vor dem Erbfall entsprechend testiert worden sein.

Darüber hinaus sind die sorgeberechtigten Eltern dazu verpflichtet, das vom Kind Ererbte zu ordnungsgemäß zu verwalten. Geschieht dies nicht, steht dem Kind ein Auskunfts- und Schadenersatzanspruch gegen die Eltern zu, sobald es volljährig ist.

Sofern Beratungsbedarf besteht, sprechen Sie uns gerne an! Dieser Artikel ist eine allgemeine Zusammenfassung, der Einzelfall muss stets genau betrachtet und bewertet werden. Genau das ist unsere Stärke!



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